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Energiekrise im mittelmeerraum: erneuerbare energien brechen die krise

Der europäische Energiemarkt trotzt seiner ersten ernsthaften geopolitischen Belastung seit der energiekrise 2022 – bisher hält er stand. Während die Öl- und Gaspreise steigen, zeigen sich in Deutschland und Frankreich erstaunlich widerstandsfähig. Solar- und Windenergie spielen eine entscheidende Rolle.

Erneuerbare energien dämpfen die inflation

Erneuerbare energien dämpfen die inflation

Die jüngsten Preisrückgänge bei Energie in Deutschland und Frankreich stehen im Kontrast zu den anhaltend hohen Gaspreisen, die durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöst wurden. Im Gegensatz zu 2022, als die Energiepreise zu einer Inflation ausuferten, tragen Investitionen in Solarenergie und Windkraft dazu bei, die Preisspitzen zu mildern. Die aktuellen Energieverträge liegen deutlich unter den Höchstständen nach der letzten Krise, als Russland die Gaslieferungen unterbrach und die Kosten in die Höhe trieb.

“Der Strommarkt ist diversifizierter als der Ölmarkt und kann daher besser mit einer Einschränkung der Öl- oder Gasversorgung umgehen”, so Morgane Trieu Cuot von Alpiq Holding AG.

Die erneuerbaren Energien sind nicht nur ein Puffer gegen Preisschwankungen, sondern verändern die Art und Weise, wie europäische Energiemärkte auf Krisen reagieren. Solarstrom beeinflusst die Preise während der Tageslichtstunden zunehmend. Wenn kostengünstiger erneuerbarer Strom ins Netz fließt und die Nachfrage sinkt, können die Großhandelspreise drastisch fallen – manchmal sogar unter Null. Nathalie Gerl vom London Stock Exchange Group beobachtete, dass in Deutschland seit Mitte Februar häufig niedrige oder sogar negative Preise während der Hauptsonnenstunden auftraten. Ähnliche Phänomene wurden auch in Frankreich und Spanien verzeichnet.

Doch die Energiewende ist nicht ohne Herausforderungen. Während die erneuerbaren Energien und die saisonale Nachfragereduktion die Märkte stabilisieren, stiegen die Nachtpreise in mehreren Ländern auf das Dreifache der üblichen Werte. In den Niederlanden lagen die Nachtpreise Anfang des Monats bei über 400 € pro Megawattstunde, in Deutschland waren ähnliche Anstiege zu beobachten. Markus Krebber, CEO von RWE AG, sieht in den erneuerbaren Energien eine Chance, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

BloombergNEF prognostiziert einen Anstieg der Solarstromproduktion in Deutschland um rund 25 % im April im Vergleich zum Vorjahr und einen Anstieg der Windenergie um 70 %. Gleichzeitig sinkt die Energieabnahme in ganz Europa. Diese Entwicklung verschiebt den Fokus auf die Notwendigkeit der Elektrifizierung und die Reduzierung der Importabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die jüngste energiekrise könnte den Diskurs über die Energieversorgung nachhaltig verändern. Die Signalwirkung ist stärker denn je.

Die französische Kernkraft, ein Eckpfeiler des europäischen Strommarktes, befindet sich in einer besseren Lage als während der letzten Krise und ermöglicht eine erhöhte Stromversorgung. Die Produktionssteigerung erneuerbarer Energien, zusammen mit der sinkenden Nachfrage, stabilisiert die Preise. Diese Entwicklung deutet auf einen tiefgreifenden Wandel hin, der die europäische Energiepolitik für viele Jahre prägen wird. Die Investitionen in erneuerbare Energien sind nicht nur eine Reaktion auf die aktuelle Krise, sondern eine Investition in die Zukunft.

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