35-Stunden-woche im öffentlichen dienst: nicht für alle?
35-Stunden-woche im öffentlichen dienst: ein schritt nach vorn – aber mit ausnahmen
Die Einführung einer 35-Stunden-Woche in der Generaldienstverwaltung (AGE) in Spanien, die voraussichtlich im März in Kraft treten soll, ist ein Thema, das derzeit heftig diskutiert wird. Die von dem von Óscar López geleiteten Ministerium eingebrachte Initiative sieht jedoch nicht vor, alle Beschäftigten zu umfassen. Dies führt zu Unzufriedenheit bei den Gewerkschaften.

Wer bleibt von der neuen regelung ausgeschlossen?
Insbesondere Militärpersonal der Streitkräfte, Mitglieder der Nationalpolizei und der Guardia Civil sowie Mitarbeiter von Justizvollzugsanstalten sind von der 35-Stunden-Woche ausgenommen. Diese Beschäftigten arbeiten in der Regel in Schichtsystemen und mit Bereitschaftsdiensten, was eine Anpassung der Arbeitszeiten erschwert. Auch Mitarbeiter in Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und Behörden in den autonomen Gemeinschaften Ceuta und Melilla bleiben unberührt, da eine flexible Arbeitszeitgestaltung hier den öffentlichen Dienst beeinträchtigen würde.

Gewerkschaften fordern umfassende regelung
Die CSIF, die größte Gewerkschaft in der AGE, kritisiert die beschränkte Anwendung der 35-Stunden-Woche scharf. Sie fordert, dass die Regelung für alle Beschäftigten der AGE und des öffentlichen Sektors gelten soll. Die Gewerkschaft ist zwar bereit, Kompromisse zu schließen, verlangt aber im Gegenzug die Regulierung von Teilzeitpensionen für Beamte und staatliche Mitarbeiter, die Umsetzung des Homeoffice, das 2021 vereinbart wurde, aber noch nicht flächendeckend angewendet wird, die Förderung interner Karrierewege, die Anpassung der Vergütungen für Dienstleistungen und die Stärkung des Muface-Krankenversicherungsystems.

Verhandlungen und kommende entscheidungen
Die Gewerkschaften sind für den 23. Februar zu einem neuen Gespräch mit der Función Pública eingeladen, bevor die Generalversammlung stattfindet. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen werden entscheidend für die weitere Ausgestaltung der 35-Stunden-Woche sein. Nach der Generalversammlung wird die Staatssekretariat detaillierte Anweisungen und Anpassungen für die Umsetzung der neuen Arbeitszeiten herausgeben. Diese werden anschließend im Offiziellen Staatsanzeiger (BOE) veröffentlicht.

Auswirkungen auf die beschäftigten
Die Einführung der 35-Stunden-Woche bedeutet für die betroffenen 250.000 öffentlichen Arbeitnehmer eine Reduzierung der Arbeitszeit um 2,5 Stunden pro Woche ohne Gehaltskürzung. Dies soll eine Verbesserung der Work-Life-Balance ermöglichen und die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Die Umsetzung erfolgt voraussichtlich durch Rechtsdekrete oder ministerielle Anordnungen, um die Abhängigkeit von den Haushaltsplänen des Staates zu vermeiden, wie es der zuständige Minister ursprünglich vorgeschlagen hatte.
Herausforderungen bei der umsetzung
Die Umsetzung der 35-Stunden-Woche ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Insbesondere die Anpassung der Arbeitszeiten in Bereichen, in denen Schichtarbeit und Bereitschaftsdienste üblich sind, erfordert sorgfältige Planung und Koordination. Auch die Sicherstellung der Auslastung und der Kontinuität der öffentlichen Dienstleistungen ist ein wichtiger Aspekt, der bei der Einführung der neuen Regelung berücksichtigt werden muss. Die kommenden Verhandlungen werden daher entscheidend sein, um eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.
