Neues nachrichten-format startet: la séptima will spanisches journalismus-niveau erreichen
Die spanische Rundfunklandschaft erlebt eine seismische Verschiebung. Ab dem 5. November wird es mit ‘La Séptima’ ein neuer Player geben, der das Spielfeld von der einen auf die andere Seite wischen will. José Miguel Contreras, der Mann hinter diesem Projekt, verspricht einen Nachrichtenkanal, der sich von der üblichen Fernsehlandschaft abgrenzt – und das mit Nachdruck.
Direkte berichterstattung, keine kompromisse
Contreras, der bereits ‘La Sexta’ maßgeblich mitgestaltete, betont in einem Interview mit ‘El Independiente’, dass ‘La Séptima’ einen völlig neuen Ansatz verfolgt. Keine Serien, keine Filme – nur ununterbrochene, aktuelle Nachrichten. Ein ambitioniertes Unterfangen, das weit über die bloße Einhaltung des DVB-T2-Standards hinausgeht. Das Ziel: Ein Journalismus, der in Spanien bisher schlichtweg fehlt.

Ein name, viel hintergrund
Der Kanal selbst hatte eine lange Phase der Namensfindung hinter sich – von ‘Siete’ über ‘La Sép7ima’ bis hin zu ‘CNN Siete’. Schließlich entschied man sich für ‘La Séptima’, ein Name, der sowohl Präzision als auch eine gewisse Würde vermittelt. Die Redaktion wird von erfahrenen Köpfen angeführt, darunter Silvia Itxaurrondo, Javier Ruiz und Àngels Barceló – eine Kombination aus Erfahrung und frischem Blick.

Keine ideologie, nur business
Contreras legt großen Wert darauf, dass ‘La Séptima’ keine politische Agenda verfolgt. Stattdessen will er einen ‘Geschäftsansatz’ wählen, der dem Kanal eine starke Position im deutschen Medienmarkt verschafft. Es geht um eine klare Botschaft: Ein Unternehmen, das in der Lage ist, die Zukunft des audiovisuellen Geschäftsmodells zu gestalten. Die Erwartungen an die Einschaltquotenz sind hoch, mit dem Ziel, in den ersten Monaten einen Marktanteil von 3 Prozent zu erreichen – ein Wert, der ‘La 2’ nahekommt.

San sebastián de los reyes als drehscheibe
Die Produktionsbasis von ‘La Séptima’ wird in San Sebastián de los Reyes, in der Nähe von Madrid, angesiedelt. Contreras ist sich bewusst, dass die Zuschauer den Kanal in die richtige Position auf ihrem Fernseher einrichten müssen – idealerweise auf die Nummer, die dem Namen des Kanals entspricht. Dies ist eine strategische Entscheidung, um von Beginn an eine hohe Reichweite zu erzielen. Die Herausforderung besteht darin, sich in einem hart umkämpften Markt zu behaupten – ein Unterfangen, das Contreras als ‘nicht einfach’ bezeichnete.

Journalismus jenseits der algorithmen
Und hier liegt der springende Punkt: ‘La Séptima’ soll den Journalismus von der alten Form befreien. Keine ‘Info-Unterhaltung’, keine Schnelldurchsätze. Stattdessen will Contreras eine Rückkehr zur Objektivität und zur fundierten Analyse. Die Redakteure sollen ‘die Dinge wirklich erklären’ – ohne Etiketten, ohne vorgefertigte Meinungen. Ein mutiger Schritt, der in der spanischen Medienlandschaft bislang kaum gemacht wurde. Contreras ist überzeugt: Dieses Modell hat das Potenzial, in Spanien neue Maßstäbe zu setzen – und das, so seine Aussage, ist ein ‘Neuerungen, die es in Spanien bisher nicht gegeben hat’.