Fremdheit der zukunft: fysisches kino erlebt comeback – und die gen z rebelliert gegen streaming
Zwei Jahrzehnte nach dem Aufstieg des Streaming – als DVDs und Blu-rays noch alltäglich waren – erleben physische Medien ein überraschendes Revival. Die Generation Z betrachtet den Kauf von Filmen als aktiven Widerstand gegen die vermeintliche Willkür der Streaming-Dienste. Ein Trend, der sich in den Verkaufszahlen zeigt.
4K-ultra-hd boomt, doch der gesamtabsatz sinkt
Während der Absatz von DVDs und Blu-rays im Jahr 2025 um 9 % sank – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren – zeigt der 4K Ultra-HD-Bereich eine bemerkenswerte Erholung. Hier stiegen die Verkäufe um 12 %, ein Wachstum, das seit Jahren nicht mehr beobachtet wurde. Zahlen des Los Angeles Times belegen diesen Aufschwung.
Die Entwicklung ist mehr als nur eine nostalgische Rückkehr. Laut Barnes & Noble, einem großen Einzelhändler für physische Medien, sind die Verkäufe von DVD und Blu-ray im Jahr 2025 um 15 % gestiegen. „Menschen wollen Dinge besitzen, Bibliotheken aufbauen“, erklärt Bill Castle. „Die Bequemlichkeit des Streamings ist verständlich, aber das Gefühl, etwas wirklich zu kontrollieren, ist wieder gefragt.“
Für junge Konsumenten wie Lauren VanDerwerken (31) ist der Besitz physischer Medien eine Form des Protests. „Ich bin gezwungen, sechs verschiedene Abonnements zu haben, und finde trotzdem nicht, was ich sehen will. Warum zahle ich so viel, um eine Filme nur für ein Jahr zu haben und dann wieder zu verlieren?“, fragt sie. Diese Erfahrung spiegelt eine wachsende Frustration über die Fragmentierung des Streaming-Marktes und die stetig steigenden Preise wider.
4K-qualität als entscheidender faktor
Die Verfügbarkeit von Filmen und Serien in 4K Ultra-HD spielt eine entscheidende Rolle. Diese Technologie bietet eine deutlich höhere Bildqualität als Streaming, dank höherer Bitraten und weniger Komprimierung. Auch der Ton ist meist überlegen. Zudem beinhalten physische Veröffentlichungen oft Bonusmaterial, das im Streaming fehlt.
Die Situation in Deutschland ist jedoch problematisch. Während einige populäre Filme in 4K Ultra-HD erscheinen, beschränken sich viele auf Blu-ray oder DVD. Disney wird hier besonders kritisiert, da sie beispielsweise Star Wars-Filme und -Serien nicht in 4K Ultra-HD veröffentlichen und sogar auf deutschen Editionen den deutschen Ton fehlen lassen. Ähnliche Strategien verfolgen Paramount und Warner Bros. Discovery, die in Europa oft auf Blu-ray 1080p mit Standard-Audio beschränken.
Warner Bros. Discovery hingegen scheint die Wünsche der Kunden zu respektieren und veröffentlicht alle HBO-Serien in 4K Ultra-HD. Diese Haltung könnte sich auszahlen, denn die zunehmende Komplexität des Streaming-Marktes, die steigenden Preise und die immer häufigeren Unterbrechungen durch Werbung könnten den Trend zu physischen Medien weiter verstärken. Der Widerstand gegen die digitale Dominanz ist mehr als nur ein Hype – er ist ein Zeichen für eine neue Ära der Medienkonsum.