Zero-day-angriffe explodieren: 90 sicherheitslücken im jahr 2025

Die Zahl der Cyberangriffe, die Sicherheitslücken ausnutzen, steigt unaufhaltsam. Eine düstere Prognose des Google Threat Intelligence Group zeigt: Im vergangenen Jahr wurden 90 sogenannte Zero-Day-Schwachstellen aktiv missbraucht – ein Anstieg von 15 % gegenüber 2024.

Die bedrohung durch unbekannte schwachstellen verschärft sich

Zero-Day-Exploits sind besonders gefährlich, weil sie Angreifern einen unvorbereiteten Zugang zu Systemen ermöglichen. Sie zielen auf Fehler ab, von denen der Hersteller noch nichts weiß und für die es noch keinen Patch gibt. Diese Schwachstellen können die Grundlage für die Installation von Malware bilden, die Fernausführung von Code oder die Eskalation von Benutzerrechten.

Besonders besorgniserregend ist, dass Sicherheitslücken im Speicherbereich – etwa 35 % der ausgenutzten Zero-Days – die häufigste Angriffsmethode darstellten. Im Unternehmensbereich wurden vor allem Sicherheitssysteme, Netzwerkinfrastrukturen, Virtualisierungsplattformen und VPN-Dienste attackiert. Diese Systeme sind reizvoll, weil sie oft einen privilegierten Zugang zum gesamten Firmennetzwerk ermöglichen.

Microsoft war das am häufigsten angegriffene Unternehmen mit 25 ausgenutzten Schwachstellen. Google und Apple folgten mit 11 bzw. 8. Doch die Entwicklung geht weiter: Forscher warnen, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Entdeckung von Schwachstellen und die Entwicklung von Exploits beschleunigen könnte. Das bedeutet: 2026 wird voraussichtlich eine weitere Zunahme dieser Angriffe verzeichnen.

Während die Angriffe auf Webbrowser zurückgingen – nur noch 8 Fälle im Vergleich zu früheren Jahren – bleibt die Gesamtzahl der Exploits alarmierend hoch. Die Daten zeigen deutlich: Die digitale Sicherheitslage verschlechtert sich. Die Geschwindigkeit, mit der neue Sicherheitslücken gefunden und ausgenutzt werden, übertrifft die Reaktionsfähigkeit der Verteidigung. Es ist ein Wettlauf, den die Angreifer derzeit zu gewinnen scheinen.