Tausende router: heimlicher anwärter für cyberkriminalität?
Eine erschreckende Entdeckung von Forschern der Lumen Technologies: Über 14.000 Router, meist der Marke ASUS, werden unbemerkt in ein riesiges Botnet umgewandelt. Die Geräte sind Teil eines anonymen Proxy-Netzwerks, das für kriminelle Aktivitäten genutzt wird.

Kadnap: malware infiltriert heimliche netzwerke
Das Malware, das hinter der Operation steckt, trägt den Namen KadNap. Es nutzt Schwachstellen, die die Router-Besitzer nicht durch Updates geschlossen haben. Laut Chris Formosa vom Black Lotus Labs ist die hohe Anzahl betroffener ASUS-Geräte auf einen zuverlässigen Exploit in diesen Modellen zurückzuführen. Die ersten Anzeichen für die Netzaktivität wurden bereits im August festgestellt, damals waren es noch etwa 10.000 Geräte. Seitdem hat sich das Botnet kontinuierlich vergrößert. Die meisten betroffenen Geräte befinden sich in den USA, aber auch Taiwan, Hongkong und Russland sind betroffen.
Besonders auffällig ist die Architektur von KadNap. Das Malware verwendet ein Peer-to-Peer-Design basierend auf der Kademlia-Technologie. Diese nutzt verteilte Hash-Tabellen, um die IP-Adressen der Server, die die Netzwerke steuern, zu verschleiern. Das erschwert die Entdeckung und Beseitigung des Botnets erheblich.
Die infizierten Geräte werden genutzt, um Datenverkehr über Doppelganger zu leiten, einen kostenpflichtigen Proxy-Dienst. Kunden von Doppelganger können so über lokale Verbindungen anonym auf Websites zugreifen, die sonst gesperrt wären. Die guten Reputationen der verwendeten IP-Adressen und die hohe Bandbreite ermöglichen diese Tarnung.
Betroffene Nutzer sollten die Protokolle ihrer Router überprüfen. Bei Verdacht auf eine Infektion ist ein Werksreset die einzige Möglichkeit, das Malware zu entfernen. Ein einfacher Neustart reicht nicht aus, um das Skript zu eliminieren, das die Infektion wieder aktiviert.
Die Erkenntnisse werfen ein Schlaglicht auf die Sicherheitslücken in vernetzten Geräten. Sie zeigen, wie leicht ungeschützte Router in kriminelle Netzwerke eingebunden werden können – ein Risiko, das weit über den Einzelnutzer hinausgeht.
