Speicherpreise explodieren: smartphones werden teurer – trotz steigender ki-nachfrage

Die Speicherpreise für Smartphones sind in wenigen Monaten um 80 bis 90 Prozent gestiegen. DRAM, HBM und NAND-Flash-Chips haben Rekordpreise erreicht. Das wirft eine Frage auf: Werden unsere Taschenrechner bald unerschwinglich?

Smartphone-speicher: ein teures geschäft

Smartphone-speicher: ein teures geschäft

TrendForce prognostizierte im März einen jährlichen Anstieg der Smartphone-Speicherkapazität um 4,8 Prozent. Das mag paradox erscheinen, angesichts der drastischen Preissteigerungen. Anfangs hieß es, höhere Kosten würden Hersteller dazu zwingen, auf kleinere Speicherkapazitäten zu setzen und stattdessen auf teurere Varianten mit LPDDR5 zu setzen, um die Gewinnmargen zu stabilisieren. Doch die Realität sieht anders aus.

NAND-Flash-Hersteller optimieren ihre Produktionsprozesse. Das führt zu einer geringeren Produktion von Chips mit kleinerer Kapazität. Für Hersteller wird es schwieriger, 64-GB- oder 128-GB-Modelle als Basis für günstige Geräte zu beschaffen. Dadurch steigen die Speicherkapazitäten, weil sie sie schlichtweg nicht mehr bekommen.

Für High-End-Smartphones benötigen KI-Plattformen bereits 40 GB oder mehr an internem Speicher, um Aufgaben lokal zu verarbeiten, ohne auf die Cloud angewiesen zu sein. Der iPhone 17 wird laut Berichten mit 256 GB als Basis ausgeliefert, um Apple Intelligence zu ermöglichen. Die Huawei Mate 80-Serie soll sogar 512 GB als Standard anbieten. Es ist denkbar, dass die 128-GB-Basiskonfiguration in Zukunft ganz verschwindet.

Die Entwicklung ist nicht nur auf Premium-Geräte beschränkt. Die steigende Nachfrage nach KI treibt die Akzeptanz größerer Speicherkapazitäten auch bei günstigeren Modellen voran. Diese Entwicklung, kombiniert mit den höheren Kosten für NAND-Flash, wird sich letztendlich in höheren Preisen für Smartphones niederschlagen. Wer jetzt zögert, könnte bald mehr für weniger Speicher bezahlen müssen.

Die Frage ist nicht, ob Smartphones teurer werden – sondern wie lange die Verbraucher bereit sind, für diesen zusätzlichen Speicher zu zahlen. Die Entwicklung zeigt deutlich: Die Grenzen des Möglichen verschieben sich, und mit ihnen auch die Kosten.