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Smarte brillen: überwachung im alltag? app soll helfen

Immer mehr Smart Glasses sind auf der Straße zu sehen. Sie wirken auf den ersten Blick wie normale Brillen, doch viele sind mit Kameras, Mikrofonen und ständiger Mobilfunkverbindung ausgestattet. Die Frage, ob man beobachtet wird, wird dadurch immer drängender.

Nearby glasses: app gegen heimliche videoaufnahmen

Nearby glasses: app gegen heimliche videoaufnahmen

Eine neue App namens Nearby Glasses verspricht Abhilfe. Sie soll Nutzer warnen, wenn sich in ihrer Nähe möglicherweise eine Smart Glasses-Nutzerin oder -Nutzer befindet, der/die heimlich Videos aufnimmt oder Fotos macht.

Entwickelt wurde die App von Yves Jeanrenaud. Sie ist derzeit ausschließlich für Android-Smartphones verfügbar und kann auf GitHub und Google Play heruntergeladen werden. Die Funktionsweise ist recht simpel: Die App scannt per Bluetooth Low Energy die Umgebung nach bekannten Identifikatoren von Smart Glasses. Erkennt sie einen solchen, wird eine Warnung auf dem Bildschirm angezeigt.

Die App ist nicht perfekt. Sie ist abhängig von aktivierten Bluetooth-Verbindungen und kann falsche Alarme auslösen. Geräte mit ähnlichen Identifikatoren können zu Fehlwarnungen führen. Außerdem kann Nearby Glasses nicht erkennen, ob eine Smart Glasses tatsächlich aktiv für Aufnahmen genutzt wird – lediglich, dass ein entsprechendes Gerät in der Nähe ist.

Die Technologie zeigt aber einen deutlichen Wandel: Die Grenzen zwischen normaler und mit Kamera ausgestatteter Brille verschwimmen zunehmend. Das wirft Fragen auf, wie wir unsere Privatsphäre in öffentlichen Räumen schützen können. Nearby Glasses ist kein Allheilmittel, aber ein Zeichen dafür, dass die Technologie unsere Wahrnehmung der Umgebung grundlegend verändert.

Die App ist ein erster Schritt, aber ein Zeichen dafür, dass die Privatsphäre in der zunehmend vernetzten Welt immer schwieriger zu garantieren ist. Die Möglichkeit, unbemerkt zu filmen, wird so zur neuen Normalität. Und das ist beunruhigend.