Sicherheitslücke bei staatsbesitz: polizei lässt millionen entwenden – und zeigt die lösung
Seoul: Eine amateurhafte Flüchtigkeitslösung der südkoreanischen Steuerbehörde ermöglichte Cyberkriminellen den Diebstahl von rund 4,8 Millionen Euro an Kryptowährungen. Die Behörden hatten die Zugangsdaten für ein sicher aufbewahrtes Hardware-Wallet öffentlich zur Schau gestellt.

Fehlerhafte anzeige: polizei offenbart schlüssel zu millionen
Die Geschichte ist so absurd, dass sie fast komisch wirkt: Die südkoreanische Steuerbehörde hatte in einer Pressekonferenz Fotos von beschlagnahmten Vermögenswerten präsentiert, darunter ein Ledger-Gerät – ein Hardware-Wallet zur sicheren Aufbewahrung von Kryptowährungen. Auf einem Bild war jedoch eine handschriftliche Notiz zu sehen, die die Seed-Phrase – den Master-Schlüssel – für das Gerät enthielt. Diese Offenlegung ermöglichte es Cyberkriminellen, innerhalb weniger Minuten die Kryptowährungen im Wert von 4,8 Millionen Euro zu stehlen.
Die Behörden hatten zuvor 124 Steuerhinterzieher festgenommen und 8.100 Millionen Won (ca. 4,8 Millionen Euro) an Bargeld und Kryptowährungen beschlagnahmt, darunter die Kryptowährung Pre-Retogeum (PRTG). Die Pressekonferenz diente dazu, die Erfolge der Operation zu demonstrieren.
Der Fehler ist gravierend. Die Seed-Phrase ist der einzige Weg, um auf die Kryptowährungen zuzugreifen, falls das Hardware-Wallet verloren geht oder beschädigt wird. Sie ist die ultimative Sicherheitsreserve. Die Offenlegung dieser Phrase ist vergleichbar damit, eine offene Brieftasche mit Bargeld zu präsentieren.
Cho Jae-woo, Professor für Kryptowährungen an der Hansung University in Seoul, bezeichnete den Vorfall als „entsprechend dem Öffnen einer Brieftasche und der Ankündigung an die ganze Nation, dass das Geld für jeden verfügbar ist“. Er kritisiert die Behörden für mangelnde Kenntnisse über digitale Werte, die zu einem erheblichen Verlust für die Staatskasse führten.
Die Tatsache, dass die Seed-Phrase in einer handschriftlichen Notiz auf dem Bild zu sehen war, deutet auf einen groben Nachlässigkeitsfehler hin. Es ist unvorstellbar, dass eine Behörde so einen kritischen Fehler begehen kann. Der Vorfall wirft Fragen nach der Kompetenz der Steuerbehörden im Umgang mit modernen Finanztechnologien auf und zeigt, wie leichtfertig mit digitalen Vermögenswerten umgegangen werden kann.
Die gestohlenen 4,8 Millionen Euro sind eine bittere Lektion für alle, die digitale Vermögenswerte horten. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, die eigene Sicherheit zu gewährleisten und die Risiken der digitalen Welt ernst zu nehmen. Die erbeuteten Gelder sind nun auf Darknet-Plattformen zu erwarten – ein trauriges Zeichen für die Anfälligkeit digitaler Vermögenswerte.
Die Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen, aber der Schaden ist bereits angerichtet. Die Konsequenzen dieser Nachlässigkeit werden noch lange nachwirken.
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