Phishing-angriffe: unternehmen im sommer-fokus – cyberkriminalität verschärft ihre taktik
Die Cyberkriminalität verschärft ihre Angriffe: Phishing und betrügerische E-Mail-Kampagnen sind nach wie vor die bevorzugte Methode der Hacker, um sich in die digitalen Strukturen von fast 70 Prozent der Unternehmen zu hacken – besonders im Sommer. Das zeigt der aktuelle Cyber-Schadensbericht 2025 der Technologiefirma Stoïk.
Sommer als hochrisikoperiode für unternehmen
Die Monate Juli und August gelten als die gefährlichsten für Unternehmen, wie Stoïk herausstellt. Die Häufigkeit von Cyber-Vorfällen ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Es geht nicht nur um mehr Angriffe, sondern auch um eine Veränderung in der Erkennung, Meldung und Reaktion darauf.
„Metzelt du deine Kreditkarte, deinen PIN und sie werden dir das Geld gestohlen“, erklärt Maria Aperador, Expertin für Cybersicherheit, in Bezug auf das Risiko von Geldabhebungen an deutschen Geldautomaten. Die Sommerzeit bietet den Kriminellen ideale Bedingungen für ihre ausgeklügelten Kampagnen, da Mitarbeiter im Urlaub sind und die interne Überwachung oft reduziert wird.

Social engineering explodiert im sommer
So wird die „Social Engineering“-Explosion im Sommer verstärkt, was zu einem deutlichen Anstieg von BEC-Angriffen (Business Email Compromise) führt. Unternehmen sind besonders gefährdet, da die ausgelassene Sommerzeit zu schwächeren internen Prüfungsverfahren führt.

Cyber-angriffe 2025: e-mail dominiert, ransomware und ddos-angriffe
Insgesamt stellten E-Mail-bezogene Vorfälle 60 Prozent aller Cyberangriffe im Jahr 2025, gefolgt von kompromittierten, dem Netzwerk zugänglichen Assets (12 Prozent), internen kompromittierten Assets (7 Prozent) und Ransomware-Angriffen (5 Prozent). Der spanische Hacker Alcasec wurde kürzlich wegen der Unterschlagung einer halben Million Euro Bankdaten zu fast drei Jahren Haft verurteilt.

Multiextraktions-ransomware und ddos-attacken
Die Forscher von Stoïk haben auch die am häufigsten verwendeten Ransomware-Taktiken im vergangenen Jahr beleuchtet. Die sogenannte „Multiextraktion“ hat sich etabliert, bei der neben dem Verschlüsselung auch die Datenexfiltration stattfindet. Zusätzlich werden Telefongespräche mit der IT-Leitung oder direkt mit der zentralen Notrufleitung geführt, um Druck auf die Unternehmen auszuüben. DDoS-Angriffe werden eingesetzt, um die Krisensituation der Opfer zu verdeutlichen und die Verbreitung von Videos, Screenshots und Daten in Darknet-Foren zu ermöglichen.

Tourismusbranche besonders gefährdet
Insbesondere Unternehmen im Tourismussektor, insbesondere Ferienwohnungsanbieter (51 Prozent), Reiseagenturen und Reservicien (21 Prozent) sowie die Gastronomie (15 Prozent), sind in diesem Jahr besonders stark betroffen. Die Angriffe auf diese Sektoren sind im Vergleich zu 2024 deutlich gestiegen. Stoïk betont, dass die Angreifer die Schwachstellen in den Prozessen der Unternehmen ausnutzen, anstatt sich an einen bestimmten Kalender zu halten. Die vermutbare Reduzierung der Überwachung, die Überlastung von Prozessen und die Ermüdung, insbesondere in den administrativen und finanziellen Abteilungen, werden optimal genutzt, um die Auswirkungen zu maximieren.

Vincent nguyen: „konvergenz-risiko“ für die cybersicherheit
Der CISO von Stoïk, Vincent Nguyen, sieht das Jahr 2025 als ein „konvergentes Risiko“ an, in dem die Cybersicherheit, die Einhaltung von Vorschriften und künstliche Intelligenz miteinander kollidieren werden. Der Angreifer-Ökosystem ist ausgereift und die Kriminellen der frühen 2010er Jahre haben eine erhebliche operative Raffinesse erreicht. Trotzdem ist die grundlegende Hygiene – die Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen zur Minimierung von Angriffen – weiterhin unerlässlich.