Ormuz-engpass droht globalen crash: ölpreise explodieren
Die Eskalation im Nahen Osten nach den Angriffen der USA und Israels auf Ziele in Iran hat eine alte Angst wiederbelebt: Ein Energie-Schock durch die mögliche Schließung des Hormusstraßens. Die geopolitische Lage ist angespannt, und die Konsequenzen für die Weltwirtschaft könnten verheerend sein.
Ölpreise steigen: experten warnen vor 100 dollar-marke
Die Befürchtungen vor einem Angebotsengpass sind seit Jahren bekannt – jedes Mal, wenn die Spannungen im Persischen Golf steigen. Analysten prognostizieren, dass der Preis für Öl und Gas stark ansteigen könnte, wobei die tatsächliche Höhe von der Dauer des Konflikts und Irans Fähigkeit abhängt, den strategisch wichtigen Schifffahrtsweg zu blockieren. Der Ölpreis gilt als Barometer für die Übertragung des Konflikts auf die Finanzmärkte – und wird teurer werden.
Die Preise haben seit 2022 bereits eine Abwärtsbewegung erlebt, nachdem sie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine über 120 Dollar pro Barrel überschritten hatten. Ein erneuter Anstieg könnte die Inflationserwartungen weiter anheizen und die Geschäftstätigkeit sowie die Konsumausgaben beeinträchtigen. Goldman Sachs schätzt, dass ein Verlust von 1 Million Barrel pro Tag an iranischen Exporten über ein Jahr hinweg 8 Dollar pro Barrel zusätzlich zum Preis hinzufügen würde.
Die Eurasia Group erwartet einen anfänglichen Anstieg von 5 bis 10 Dollar pro Barrel, sollte der Konflikt über die kurzfristige Phase hinausgehen. Das Szenario, das in einem Bericht von Juni 2025 von Oxford Economics dargestellt wurde, sieht bei einer vollständigen Einstellung der iranischen Exporte einen globalen BIP-Verlust von 0,3 Prozentpunkten vor, wobei die USA und die Eurozone am stärksten betroffen wären. Die US-Inflation könnte sich auf 4,5 Prozent erhöhen, was die Federal Reserve zwingen würde, Verzögerungen bei Zinssenkungen in Betracht zu ziehen.
Die Reaktion der iranischen Revolutionsgarden, die Rache für den Tod von Ayatollah Ali Chamenei versprochen haben, verschärft die Lage zusätzlich. Deutsche Bank warnt, dass ein schneller Anstieg der Ölpreise die Inflationserwartungen verstärken und direkte Auswirkungen auf Unternehmensaktivitäten und Konsumausgaben haben wird.
Der mögliche Engpass im Hormus könnte auch die Exporte von Kuwait, Katar, Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und Saudi-Arabien beeinträchtigen. Oxford Economics schätzt, dass der Brent-Preis bei einer vollständigen Einstellung der iranischen Exporte auf 130 Dollar pro Barrel steigen könnte. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber den aktuellen 70 Dollar.
Die Prognosen sind volatil. Während die meisten Experten kurzfristige Auswirkungen erwarten, mahnen alle zu Vorsicht angesichts des Risikos einer Eskalation. Der Blick auf die iranische Reaktion und die Stabilität der Ölförderung in anderen Regionen ist entscheidend für die weitere Entwicklung. Die Weltwirtschaft steht vor einer Zerreißprobe.
