Oneplus packt koffer: was us-käufer verpassen – und warum wir's nicht besser verdienen

Die Smartphone-Landschaft in den USA wird immer trister. OnePlus, einst Hoffnungsträger für Vielfalt und Innovation, zieht sich im April 2026 aus dem US-Markt zurück. Ein Signal? Ein Weckruf? Oder einfach nur der Sargnagel für echten Wettbewerb?

Die 9.000-mah-bombe, die wir nie bekommen werden

Während wir in Indien und China bereits Flaggschiffe mit 7.000-mAh- oder sogar 9.000-mAh-Akkus bestaunen können, klammern sich US-Konsumenten an Geräte, die technologisch hinterherhinken. OnePlus hat gerade erst das Nord CE 6 in Indien vorgestellt, das mit einem 7.000-mAh-Akku, einer 144-Hz-Bildwiederholfrequenz und Dual-Chip-Technologie für unter 300 Dollar aufwartet. Das Standard-Nord 6 sprengt mit einem 9.000-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Akku und 80-Watt-Schnellladen noch einmal alle Grenzen – für rund 390 Dollar.

Warum können wir das nicht bekommen? Die Antwort ist bitter einfach: Apple und Samsung haben den US-Markt im Würgegriff. Die letzten Verkaufszahlen sprechen eine deutliche Sprache: 71 Prozent der Galaxy S26-Verkäufe entfielen allein auf das S26 Ultra, während das iPhone 17e die Nachfrage des Vorgängers um 15 Prozent übertraf. Das Resultat: OnePlus, Honor und Xiaomi (wenn sie es denn wagen) finden keinen Platz zum Atmen.

Stagnation als geschäftsmodell

Stagnation als geschäftsmodell

Die Situation ist nicht neu, aber sie wird immer deutlicher. Der US-Markt wird durch zwei Player dominiert, die keinerlei Anreiz haben, sich anzustrengen. Das Galaxy S26 bietet beispielsweise immer noch nur 25-Watt-Schnellladen – ein Witz im Vergleich zu den Innovationen, die in Indien und China zum Standard werden. Selbst das Galaxy S26 Ultra, unser aktueller Premium-Favorit, erreicht nur 60 Watt und einen 5.000-mAh-Akku. OnePlus hingegen stopft 80 Watt und 9.000 mAh in ein Gerät zum halben Preis.

Die Ironie des Ganzen: Auch Apple spielt in Sachen Akkulaufzeit eher vorsichtig. Und solange die Marktführer keine Notwendigkeit für Verbesserungen sehen, werden sie sich auch nicht darum kümmern.

OnePlus' Rückzug ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer Marktsituation, die Innovation bestraft und Stagnation belohnt. Wir, die US-Konsumenten, zahlen Flaggschiffpreise für Hardware, die in anderen Teilen der Welt von Mittelklasse-Geräten überholt wird. Und das Schlimmste: Wir haben kaum eine Wahl.

Natürlich kann man die Geräte importieren, aber das ist kein tragfähiger Weg. Der reguläre Konsument wird es nicht tun. Wir leben in einem Duopol, das uns stagnierende Ladegeschwindigkeiten, mäßige Akku-Upgrades und eine fehlende Auswahl beschert.

OnePlus' Abgang sollte nicht als Sieg gefeiert, sondern als Warnung betrachtet werden. Es ist ein Mahnmal dafür, wie ein Markt ausgetrocknet werden kann, wenn der Wettbewerb fehlt. Die Frage ist nicht, ob wir ein 9.000-mAh-Smartphone brauchen, sondern ob wir das Recht haben, überhaupt die Wahl zu haben.