Ölkrach und anleihenrally: fed-entscheidung im visier
Ein dramatischer Einbruch im Ölpreis und ein überraschendes Comeback der Anleihen – die Märkte sind in helle Aufregung. Die Erwartungshaltung vor der ersten geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank Fed unter neuen Federn – Kevin Warsh – dominiert die Szene.
Rückämpfe im rohstoffsektor und anleihen profitieren
Der Preis für Brent-Öl hat im vergangenen Monat eine beispiellose Krise erlebt und fällt unter die 79-Dollar-Marke. Ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Wiedereröffnung des Persischen Golfs wird als Auslöser für eine mögliche Angebotssteigerung und damit für eine Entlastung der Inflation angeführt. Die Erwartung einer Lockerung der Geldpolitik weltweit scheint sich zu bestätigen.
Auf den Anleihemärkten beobachten Investoren eine deutliche Korrektur. Die Renditen von Staatsanleihen in Australien und Japan sinken um mindestens fünf Basispunkte. Auch der US-Treasury-Output verliert einen Basispunkt und bleibt nahe auf einem Monatsminimum.

S&p 500 erholt sich leicht, spacex stürmt die börse
Nach einer heftigen Korrektur am Dienstag im Technologiebereich, insbesondere im Halbleitersektor, legt der S&P 500 nun um 0,2 % zu. Im asiatischen Raum hingegen gewinnen die MSCI-Regionalindizes um 0,4 %, was auf eine vierte Tagesgewinne-Serie hindeutet. Ein besonderes Highlight ist der Aufstieg von SpaceX an der Börse, das Unternehmen übertrifft Amazon und Microsoft mit einer Bewertung von 2,7 Billionen Dollar – und das erst am dritten Handelstag.

Warshs entscheidung zählt: fed-signal im fokus
Die eigentliche Aufmerksamkeit gilt nun der Entscheidung der Fed. Es wird spekuliert, dass Fed-Chairman Kevin Warsh von der traditionellen Praxis abweichen könnte, eigene Prognosen im sogenannten „Dot Plot“ zu veröffentlichen. Bloomberg Economics geht sogar davon aus, dass Warsh die Reduzierung des Bilanzvolumens beschleunigen und damit das Signal für eine baldige Straffung der Geldpolitik beenden könnte. Die Diversität der Markterwartungen spiegelt sich in den Optionsmärkten wider – einige Investoren erwarten bereits Zinssenkungen in den kommenden Monaten, während andere weiterhin eine weitere Erhöhung in Aussicht stellen.

Zinskurven-konflikte und divergente prognosen
Die Zinskurven zeigen eine deutliche Diskrepanz. PGIM prognostiziert drei Zinserhöhungen im Laufe des Jahres, Citigroup setzt auf Zinssenkungen, während BNP Paribas drei Zinserhöhungen ab Dezember erwartet. Auch in Asien hat der Fokus auf die Politik der chinesischen Zentralbank gesetzt. Der Gouverneur Pan Gongsheng deutete eine Stärkung der Rolle des Tages-Interbanken-Rats und eine verstärkte Reversionsgeschäfte bei Bedarf an, was dem chinesischen System näher an die Praktiken anderer Großzentralbanken heranführt.
Geopolitische spannungen und öl-optimismus
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über die Wiedereröffnung des Persischen Golfs sind im finalen Stadium. Experten äußern jedoch Zweifel an der Geschwindigkeit, mit der der Schwellen Meerbusen wieder zu seinem vor dem Konflikt Zustand zurückkehren wird. Trotzdem sorgt die Erwartung einer Entspannung der Preisdruck durch die mögliche Öffnung des Golfs für eine Entlastung der Inflation.
Fazit: die fed steht im rampenlicht
Die Märkte warten gespannt auf die Entscheidung der Fed und insbesondere auf die Signale, die Kevin Warsh senden wird. Die Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Geldpolitik der US-Notenbank prägt die Stimmung und beeinflusst die Kursentwicklung. Die Entwicklung wird entscheidend sein für die weitere Richtung der globalen Finanzmärkte.