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Ki-wettlauf der tech-giganten: milliarden-kredite für datenzentren

Die Tech-Riesen von USA befinden sich in einem Wettstreit um die Entwicklung fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz (KI). Gleichzeitig pumpen sie enorme Summen in Start-ups, die diese Technologien nutzen. Die Finanzierung erfolgt dabei auf radikal neue Weise: Statt auf rein organische Gewinne setzen Google, Meta Platforms Inc. und andere auf Kredite. Eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen für die gesamte Wirtschaft.

Datenzentren als neues schlachtfeld

Die Zahlen sprechen für sich: Laut Angaben von vier führenden US-amerikanischen Technologieunternehmen sollen in diesem Jahr 650 Milliarden US-Dollar für Datenzentren, Netzwerkausrüstung und andere KI-Infrastruktur ausgegeben werden. Diese Summe allein ist rekordverdächtig. Ein deutlicher Unterschied zu der Zeit, als die Unternehmen ihre Gewinne hauptsächlich in ihre eigenen Geschäftsfelder reinvestierten.

Amazon.com Inc. hat kürzlich mit einem 14,5 Milliarden Euro schweren Anleiheverkauf in Europa den größten Unternehmensanleihedeal in dieser Währung der Geschichte abgeschlossen. Zusätzlich borgte sich der Einzelhandelsriese 37 Milliarden US-Dollar auf dem US-amerikanischen Anleihemarkt – die viertgrößte Unternehmensanleiheemission im Land.

Die Finanzierungsstrategie ändert sich. Während Alphabet beispielsweise rund 40 Prozent seiner technischen Infrastrukturkosten für Datenzentren und Server aufwendet, investiert Meta ebenfalls massive Summen in qualifiziertes Personal. Oracle Corp. nutzt sowohl Unternehmensanleihen als auch spezielle Kredite, um seine Datenzentren im ganzen Land auszubauen. Um die benötigten Chips für das Training und die Ausführung von KI-Modellen zu beschaffen, entstehen oft sogenannte Special Purpose Vehicles (SPV) – separate Unternehmen, die speziell für finanzielle Ziele gegründet werden. Diese Konstrukte ermöglichen es, Schulden außerhalb der Bilanz zu halten und so die Kreditwürdigkeit des Mutterunternehmens zu schützen.

xAI von Elon Musk hat beispielsweise 5 Milliarden US-Dollar durch SPVs aufgenommen, um Chips zu kaufen und sie dann an xAI zu verleasen. Alphabet kaufte kürzlich ein Unternehmen für saubere Energie, um seine Datenzentren zu versorgen – eine notwendige Maßnahme angesichts der Engpässe im Stromnetz der USA. Meta investiert Millionen in die Einstellung von Ingenieuren mit KI-Expertise. Diese Entwicklung hat bereits Investoren beunruhigt, die im vergangenen Jahr in wenigen Wochen fast 100 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der Cloud-Kapazitäten und Datenzentren aufbrachten.

Der hohe Kreditbedarf könnte die Finanzprofile der Unternehmen verändern und ihre zukünftige Kreditwürdigkeit beeinflussen. Darüber hinaus könnte die massive Kreditaufnahme andere Branchen im Wettbewerb um Investitionen benachteiligen. Und wenn der KI-Boom nicht die erwarteten Ergebnisse liefert, könnten die Tech-Giganten mit überflüssiger Infrastruktur und veralteten Anlagen zurückbleiben – eine bittere Lektion aus der Dotcom-Blase.

Die Konsequenzen sind weitreichend: die KI-Revolution ist nicht nur ein technologischer Wandel, sondern eine umfassende Verschiebung der Finanzmärkte. Die Frage ist nicht mehr, ob die Technologie funktioniert, sondern wer sie sich leisten kann – und welche Unternehmen am Ende die größten Verluste erleiden.