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Ki-boom: hoffnung und angst auf den märkten

Die künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Investitionsgeschehen nicht mehr wegzudenken – doch die Meinungen darüber gehen weiter auseinander als je zuvor. Während Unternehmen und Private-Equity-Gesellschaften in Europa KI als unverzichtbares Werkzeug sehen, warnen Anleger an den Börsen vor einer möglichen Blase und systemischen Risiken.

Private equity: ki als wertschöpfungstreiber

Für den Bereich des Private Equity und der Unternehmensführung hat sich KI längst von einem reinen Experimentierfeld zu einem integralen Bestandteil der Wertschöpfung entwickelt. Eine aktuelle Umfrage von Alvarez & Marsal (A&M) zeigt, dass bereits 63 % der europäischen Private-Equity-Firmen KI in ihren Programmen einsetzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 41 % im Vorjahr. Besonders ausgeprägt ist der Einsatz in der Datenanalyse (69 %), der Effizienzsteigerung (60 %) und der Optimierung der Finanzfunktionen (55 %). Steffen Kroner von A&M betont, dass die KI-gestützte Preisanalytik, Nachfrageprognose und Einkaufoptimierung bereits jetzt einen messbaren Beitrag zum EBITDA leisten.

“Die Wertschöpfung im Private Equity hat eine neue Phase eingeläutet”, so Kroner. “Diejenigen Unternehmen, die in diesem Zyklus überlegen abschneiden werden, sind diejenigen, die solide Geschäftsmodelle aufbauen, operative Disziplin beweisen und ihre Daten optimal nutzen.” Alejandro González ergänzt, dass die aktuelle Situation in Spanien Fonds dazu zwinge, in ihre Beteiligungen eine transformationalere Logik einfließen zu lassen, die weniger vom Konjunkturzyklus abhängig ist.

Börsen: überhitzung und risiken

Börsen: überhitzung und risiken

Die Stimmung an den Börsen ist hingegen deutlich verhaltener. Eine Umfrage von Bank of America (BofA) unter 170 Fonds mit einem verwalteten Vermögen von fast 461 Milliarden Dollar zeigt, dass die massive Investition in KI-Infrastruktur zunehmend als ein potenzielles Risiko wahrgenommen wird. Die Analysten von BofA beschreiben den aktuellen Zustand der Wall Street als eine “fast vollständige bullische Kapitulation”, bei der Investoren, die sich bisher zurückgehalten hatten, nun in großen Mengen in Aktien investieren.

Ein besorgniserregender Trend ist die zunehmende Konzentration auf den Halbleiterbereich. 73 % der befragten Fonds sehen hier das massivste Investment des Marktes – ein Warnsignal, das BofA als “rote Flagge” einstuft. Noch bedenklicher ist die Einschätzung, dass 34 % der Fonds die Kapitalausgaben (CapEx) der großen KI-Infrastrukturunternehmen, den sogenannten “Hyperscalern”, als die wahrscheinlichste Quelle für ein zukünftiges systemisches Ereignis betrachten – ein Wert, der im vergangenen Monat deutlich gestiegen ist. Die “KI-Blase” wird neben geopolitischen Risiken und der De-Dollarisierung als eine der größten Sorgen genannt.

Die Meinungen über das Vorhandensein einer Blase gehen auseinander: 50 % der Befragten halten die KI-bezogenen Aktien nicht für überbewertet, während 40 % das Gegenteil behaupten. Doch eines steht fest: Die KI dominiert die Diskussion und stellt Investoren vor eine Zerreißprobe zwischen Hoffnung auf ungeahnte Wachstumschancen und der Angst vor einem abrupten Scheitern.

Die Ergebnisse von Nvidia und die nächsten Schritte der Zentralbanken angesichts des inflationären Drucks durch den Iran-Krieg werden die weitere Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Die Frage ist nicht, ob KI die Welt verändern wird, sondern wann die Euphorie einer nüchternen Bestandsaufnahme weichen wird.