Kharg-insel: us-angriff verschärft öl-angst – iran droht vergeltung
Die iranische Ölförderung ist auf eine kleine Insel im Persischen Golf angewiesen: Kharg. Nun hat die US-Präsident Donald Trump einen Angriff auf militärische Ziele auf der Insel angekündigt, dabei aber angeblich die Öl-Infrastruktur verschont. Die Eskalation könnte die globalen Energiepreise weiter in die Höhe treiben.
Kharg: lebensnerv des iranischen öls
Die Insel, etwa 24 Kilometer vor der iranischen Küste gelegen, ist seit den 1960er Jahren ein wichtiger Umschlagplatz für iranisches Rohöl. Nach der Islamischen Revolution 1979 verstaatlichte der Iran die Anlagen, die ursprünglich von der US-amerikanischen Ölgesellschaft Amoco errichtet worden waren. Die Terminal kann derzeit rund 1,5 Millionen Barrel Öl pro Tag verarbeiten – mehr als viele OPEC-Staaten produzieren.
Die meisten dieser Barrel sind für China bestimmt. Die Störung der dortigen Exporte könnte die bereits bestehende wirtschaftliche Krise im Iran weiter verschärfen. Die USA haben die Anlagen angegriffen, aber angeblich die Ölförderung nicht getroffen. Die Reaktion des Irans könnte jedoch eine noch größere Bedrohung für die globalen Märkte bedeuten.
Die Ölförderung erfolgt über Untersee-Pipelines. Die Insel verfügt über 30 Millionen Barrel Speicherkapazität und kann acht Tankschiffe gleichzeitig anlegen.

Spannungen im ormuz-strait
Vor dem Angriff hatte der Iran die Ölfracht auf Kharg erhöht, vermutlich um die Rohölbestände vor den Spannungen zu schützen. Der Ormuz-Straße, eine lebenswichtige Schifffahrtsroute, ist seit Beginn des Konflikts am 28. Februar stark eingeschränkt. Die Preise für Rohöl sind bereits um über 40 Prozent gestiegen.
Ein Angriff auf Kharg könnte die iranischen Ölexporte für Wochen oder Monate lahmlegen. Die Gefahr liegt nicht nur in den unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen, sondern auch in der möglichen Reaktion des Iran. Die iranische Militärführung hat bereits mit Vergeltungsschlägen gegen US-amerikanische Energieanlagen im Nahen Osten gedroht. Die Meldung der Nachrichtenagentur France-Presse beruft sich dabei auf Aussagen von Verbindungen zur Revolutionsgarden.
Die US-Administration wird versuchen, die steigenden Energiepreise vor dem Wahljahr zu verhindern. Doch die wirtschaftlichen Konsequenzen einer Eskalation sind bereits jetzt spürbar. Die Inflationsängste in den Industrienationen, einschließlich der USA, werden weiter ansteigen.
Die Kharg-Insel ist mehr als nur ein Umschlagplatz. Sie ist ein Symbol für den geopolitischen Kampf um die Kontrolle über die Energieversorgung der Welt. Und die Welt blickt gespannt auf die nächsten Schritte.
Die Angst vor einer Eskalation ist real, und die Folgen für die Weltwirtschaft könnten verheerend sein.
Die Hoffnungen auf eine schnelle Deeskalation sind gering.