Indra setzt auf fachkräfte: europas technologischer sprung braucht praxis
Madrid – Auf dem Mobile World Congress (MWC) hat der spanische Technologiekonzern Indra eine überraschende Wette eingegangen: anstatt ausschließlich auf Universitätsabsolventen zu setzen, rückt das Unternehmen die Fachkräftinnen und Fachkräfte der Berufsausbildung (FP) in den Fokus. Eine strategische Neuausrichtung, die angesichts des akuten Fachkräftemangels in Europa und dem dringenden Bedarf an Innovationen durchaus nachvollziehbar ist.
Die fp als motor für innovation und beschäftigung
Mari Carmen Moneva, Generaldirektorin für Personalwesen bei Indra, betonte in einer gemeinsamen Präsentation mit Sebastián Bamonde, Generaldirektor für Tech-Operationen, die zentrale Rolle der FP. „Wir glauben fest an die transformative Kraft junger Talente“, erklärte sie, und hob hervor, dass die Berufsausbildung ein wesentlicher Weg zu hochwertiger Beschäftigung und beschleunigter Innovation sei. Denn die praktische Ausrichtung der FP-Absolventen sei genau das, was Europa derzeit benötigt, um seine Industrie wiederzubeleben und den dringend notwendigen technologischen Sprung zu vollziehen.
Was oft übersehen wird: Ein Drittel der Belegschaft von Indra in Spanien stammt bereits aus der Berufsausbildung – ein deutlicher Beweis für das lange bestehende Engagement des Unternehmens. Und das ist kein reiner Akt der Wohltätigkeit. Die FP-Absolventen bringen eine Problemlösungsfähigkeit mit, die in der schnelllebigen Welt der Technologie gefragt ist.

Mehr als nur ausbildung: mentoring und karriereperspektiven
Indra geht über die reine Einstellung hinaus. Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern – unabhängig von ihrem Ausbildungshintergrund – die Chance, „die Welt durch innovative Projekte von globaler Bedeutung zu verändern“, so Moneva. Individuell angepasste Karrierepläne, die die Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen jedes Einzelnen berücksichtigen, ergänzen das Angebot.
Doch die wirklich spannende Entwicklung liegt im Detail: Indra setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz (KI) und andere Technologien, um die Talente seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch weiter zu fördern. Ein internes KI-Adoptionsprogramm zeigt bereits jetzt beeindruckende Ergebnisse: Über 65% der Softwareentwickler nutzen KI-basierte Assistenten, die den Lernprozess beschleunigen und das Wissen vervielfachen. Bamonde betonte, dass die Verbindung von Ausbildung, Mentoring und praktischen Anwendungsfällen entscheidend sei, um aus bloßer Neugier echter Impact zu generieren.
Besonders in Katalonien, wo Indra 12 Arbeitsstätten und rund 4.000 Beschäftigte hat, zeigt sich das Wachstum des Unternehmens. Allein im letzten Jahr wurden 460 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt, davon 34% Junior-Profile, und über 264 Studierende absolvierten hier ihre Praktika.
Die Zukunft der Technologie liegt nicht nur in Algorithmen und Code, sondern auch in den Händen derjenigen, die diese entwickeln und anwenden. Indra scheint dies erkannt zu haben und setzt mit seiner Strategie ein Zeichen für eine praxisorientierte und zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung.
Die Zahl spricht für sich: 75% der Auszubildenden, die im Jahr 2025 ein Praktikum bei Indra absolvierten, wurden anschließend fest eingestellt. Ein klarer Beweis dafür, dass die Investition in die FP nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
