Großauftrag für BAE Systems: Royal Navy beschleunigt Dreadnought-Programm

Die britische Marine beschleunigt massiv den Bau ihrer nächsten Generation von Atom-U-Booten der Klasse Dreadnought. Mit einer Investition von 8,4 Milliarden Pfund (ca. 9,8 Milliarden Euro) sichert sich BAE Systems den Auftrag, vier dieser hochmodernen U-Boote für die Royal Navy zu liefern. Ein beachtlicher Schub für die britische Verteidigungsindustrie und eine klare Botschaft der Abschottung.

U-Boot-Bau soll bis 2030 abgeschlossen sein

Das Projekt, das darauf abzielt, die bestehende Vanguard-Flotte zu ersetzen, umfasst nicht nur die U-Boot-Fertigung selbst, sondern auch die Schaffung von rund 22.000 Ausbildungsplätzen in der kommenden Dekade. Die staatlichen Mittel sollen zudem die gesamte Lieferkette stärken, was durch neue Vertragsmodalitäten und eine beschleunigte Beschaffung erreicht werden soll. Das neue Reglement zur Vermeidung von Monopolstellungen, das bereits im Frühjahr eingeführt wurde, soll die Effizienz der Auftragsvergabe weiter steigern und Innovationen fördern.

Der erste Dreadnought-U-Boot, HMS Dreadnought, soll bis Anfang der 30er Jahre seine Probefahrt durchführen und somit einsatzbereit sein. Die weiteren U-Boote, HMS Valiant, sowie die beiden folgenden Modelle, werden sukzessive in den Bau eingenommen. Dieser Fortschritt im Barrow-Astlewerk, dem traditionellen Zentrum der U-Boot-Konstruktion in Großbritannien, ist ein deutliches Zeichen für die Stabilität der britischen Verteidigungsindustrie.

Mehr als nur U-Boote: Umfangreiche Investitionen und technologische Innovationen

Mehr als nur U-Boote: Umfangreiche Investitionen und technologische Innovationen

Die Initiative der Defence Nuclear Enterprise, die derzeit rund 47.000 Arbeitsplätze in Großbritannien unterstützt – bis 2030 sollen es sogar 65.000 sein – unterstreicht die strategische Bedeutung der Atom-U-Boot-Flotte. Die Investitionen von über 63 Milliarden Pfund in den kommenden vier Jahren sind Teil des Defence Investment Plan und beinhalten auch die Entwicklung neuer Technologien, wie beispielsweise den Brontanax, ein autonomes, unbemanntes Fluggerät für den Transport von 200 Kilogramm schweren Lasten über bis zu 500 Kilometer.

Das Dreadnought-U-Boot selbst wird eine Mischung aus männlichen und weiblichen Besatzungsmitgliedern beherbergen und verfügt über moderne Fitnessstudios und eine ausgeklügelte Beleuchtung, die Tag und Nacht simulieren kann. Die Besatzung von 130 Personen, inklusive drei Köchen und einem Arzt, wird in einer speziell dafür vorgesehenen Krankenstation medizinisch versorgt. Die neuen U-Boote werden weiterhin mit Trident II D5-Raketen ausgestattet sein, wobei jedes Compartment vier Raketen und fünf Decksegel beherbergen wird – insgesamt 12 Raketen.

Der Antrieb erfolgt durch den Rolls-Royce PWR3-Reaktor, der eine vereinfachte Bedienung, eine längere Lebensdauer und geringere Wartungskosten verspricht. Darüber hinaus werden die Dreadnought die ersten britischen U-Boote mit X-förmigen Rudern sein, die den Lärm reduzieren sollen, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten. Die Investition in diese Technologie ist ein klarer Beweis für die Innovationskraft der britischen Marine.