Grafikkarten-chaos: ram-engpass treibt pc-bau in die höhe

Die Idee, einen PC selbst zusammenzubauen, schien lange Zeit die günstigere Alternative zur Vorbestellung eines fertigen Geräts zu sein. Doch eine neue Entwicklung verändert das Kräfteverhältnis grundlegend: Die aktuelle Speicher-Krise – ausgelöst durch die hohe Nachfrage von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz – treibt die Preise für Komponenten in die Höhe.

Ram-mangel und steigende preise: pc-bau wird teurer

Ram-mangel und steigende preise: pc-bau wird teurer

Experten warnen davor, dass die Situation sich bis mindestens 2027 nicht entspannen wird. Die RAM-Preise sind bereits um über 300 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Wer sich einen neuen Gaming-PC zulegen möchte, muss nun mit deutlich höheren Kosten rechnen.

Auch andere Schlüsselkomponenten leiden unter der Knappheit. Nvidia, Marktführer bei Grafikkarten, verzögert die Einführung der GeForce RTX 60er-Serie sogar bis 2028. Die Gründe: enorme Nachfrage und begrenztes Angebot an Speicherchips.

Ein Blick auf ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Entwicklung: Ein Gaming-Laptop von MSI, ausgestattet mit einer RTX 5060, 32 GB DDR5-RAM und einem 1 TB SSD, kostet rund 1.350 Euro. Würde man diese Komponenten separat kaufen, läge die Summe bei etwa 2.000 Euro – inklusive Gehäuse, Kühlung, Netzteil und Mainboard. Für grundlegende Aufgaben ist ein fertig konfiguriertes Gerät oft günstiger.

Die gute Nachricht: Für Bastler, die bereits kompatible Komponenten besitzen, wie zum Beispiel ein Mainboard oder RAM, kann der Selbstbau weiterhin eine Option sein. Hier lassen sich durch Recycling bestehender Teile Kosten sparen. Wer jedoch alle Teile neu kaufen muss, sollte die Preise genau vergleichen und gegebenenfalls auf weniger leistungsstarke Komponenten zurückgreifen.

Der Trend ist klar: Der Hobby-PC-Bau ist nicht mehr die unumstrittene Kostenersparnis, die er einst war. Wer sich jetzt einen neuen PC zulegen will, sollte sich bewusst sein, dass die Preise noch eine Weile hoch bleiben werden. Die Konsequenz? Die Grenzen zwischen Gaming-PC und High-End-Workstation verschwimmen zunehmend, und die Wartelisten werden immer länger.