Globaler vermögensboom 2025: ungleichheit verschärft sich
Die Weltwirtschaft erlebt einen beispiellosen Aufschwung: Laut dem neuesten Global Wealth Report von UBS verzeichnet das globale Vermögen im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg, der das Tempo der letzten acht Jahre übertrifft. Ein Plus von 10,8 Prozent – getrieben von bullischen Finanzmärkten und einer Immobilienpreisexplosion.

Millionen-boom: milliardäre kehren zurück
Die Zahl der Dollar-Millionäre ist weltweit wieder angestiegen, fast eine Million neue Milliardäre sind in nur 2.600 Tagen hinzugekommen. Doch dieser Wohlstand verteilt sich ungleichmäßig. Während die EMEA-Region mit einem beeindruckenden Plus von 17,5 Prozent führt – dank einer günstigen Währungslage – bleibt der Pazifikraum mit einem Aufwärtsschwung von lediglich 5,9 Prozent im Hintertreffen. Die globale Reichtumszunahme ist somit ein Spiegelbild einer wachsenden Ungleichheit.
Ein entscheidender Faktor ist die Entwicklung im Bereich der vermögsten Bevölkerungsschicht. Die sogenannten „Großvermögen“ – Personen mit einem Vermögen von über 5 Millionen Dollar bis hin zu 100 Millionen Dollar – bilden eine wachsende Elite innerhalb der globalen wohlhabenden Bevölkerung. Dieser Trend verstärkt die Kluft zwischen den Regionen.
Die Vereinigten Staaten dominieren weiterhin die globale Wohlstandsproduktion. Fast die Hälfte aller neuen Milliardäre weltweit – über 441.000 Personen – erlangten ihren Reichtum im Jahr 2025 in den USA. Mit einem durchschnittlichen Vermögen von 696.277 Dollar pro Erwachsenem ist der amerikanische Gigant unangefochten, lediglich die Schweiz mit 910.382 Dollar je Erwachsenem liegt ihm in Vermögenshöhe näher – dank einer hochliquiden Finanzstruktur, die rund 80 Prozent der Vermögenswerte umfasst.
Doch dieser dynamische Aufstieg steht im Kontrast zu einer tiefgreifenden Polarisierung. Während das Segment der Top-Vermögenden ungebrochen wächst – über vier Millionen Personen verfügen nun über mehr als fünf Millionen Dollar – bleibt das mittlere Vermögen bei lediglich 68.998 Dollar. Dies positioniert die USA auf Platz 28 der Länder in Bezug auf das durchschnittliche Wohlergehen ihrer Bürger. Ein deutliches Zeichen für eine der schärfsten Ungleichheitsverhältnisse unter den Industrieländern.
Hinter den USA folgen China, Japan, Deutschland, das Vereinigte Königreich und Frankreich, die mit über zwei Millionen Milliardären ihre Relevanz beibehalten. Der Bericht zeigt jedoch, dass die Zunahme der Milliardäre in allen 56 analysierten Märkten stattgefunden hat. Auch in Regionen mit einem moderateren Wachstum, wie Irland (5,2 %) oder Russland (5,2 %), übertrafen die Milliardenzahlen die Durchschnittswerte etablierterer Volkswirtschaften. Spanien verzeichnete 2025 einen Anstieg der Dollar-Millionäre um 3,1 Prozent. Dies ist ein Zeichen für die Stärke der Finanz- und Immobilienmärkte, aber das Wachstum ist im Vergleich zu einigen aufstrebenden Märkten in Osteuropa bescheidener.
Die spanische Mittelschicht scheint sich hierbei zu stabilisieren. Der Platz 17 im globalen Ranking der mittleren Vermögen, mit einem durchschnittlichen Vermögen von 111.575 Dollar pro Erwachsenem, deutet auf eine weniger polarisierte Verteilung des Reichtums hin als in anderen führenden Volkswirtschaften. Die Betrachtung der mittleren Vermögenswerte – hier oft verzerrt durch die großen Vermögen – liefert ein realistischeres Bild des durchschnittlichen Bürgers. „Mit dem kontinuierlichen Wachstum des Vermögens der Haushalte spiegelt der relativ geringe Anteil der Finanzanlagen im Vergleich zu anderen Industrieländern ein erhebliches Potenzial für eine tiefgreifendere Vermögensverwaltung wider“, erklärt Pablo Carrasco, Geschäftsführer von UBS Wealth Management in Spanien.
