Festplatten sterben aus: ki saugt den markt leer und treibt preise in die höhe
Die überraschende renaissance der festplatte
Lange Zeit galt
die Festplatte als überholt, doch das Gegenteil ist der Fall. Sie werden weiterhin in großem Umfang für Backups, NAS-Systeme und die Speicherung von Überwachungskamera-Aufnahmen genutzt. Doch diese Ära könnte bald enden. Der Festplattenhersteller Western Digital hat eine erschreckende Entwicklung bekannt gegeben: Die gesamte Festplattenproduktion für 2026 ist bereits verkauft, und auch Teile der Produktion für 2027 und 2028 wurden bereits zugesichert. Dies markiert einen dramatischen Wandel im Festplattenmarkt.
Western digitals enthüllung: ein deal mit der ki
Irving Tan, der CEO von Western Digital, gab in einer Präsentation für Aktionäre bekannt, dass fast der gesamte Festplattenbestand für 2026 bereits vergeben ist. Es liegen feste Bestellungen von den sieben größten Kunden vor, und langfristige Verträge wurden mit zwei weiteren für 2027 und einem für 2028 abgeschlossen. Ein beunruhigender Fakt: Im Jahr 2026 machen die Erlöse aus dem Consumer-Bereich nur noch 5% des Gesamtumsatzes von WD aus. Der überwältigende Großteil – 89% – stammt aus dem Geschäft mit KI und Cloud-Diensten.

Die ki-nachfrage: ein game-changer
Während im Consumer-Bereich Festplatten einzeln zu Standardpreisen verkauft werden, werden im KI-Bereich Bestellungen in der Größenordnung von Tausenden oder sogar Zehntausenden von Einheiten aufgegeben – und zu deutlich höheren Preisen. Das bedeutet für Endverbraucher: Die Verfügbarkeit von Festplatten wird drastisch sinken und die Preise werden explodieren. KI-Systeme benötigen große Festplatten für Cloud-Backups und die Speicherung von Daten, die von Sprachmodellen verwendet werden. Auch alltägliche Aufgaben, die keine kritischen Daten betreffen, werden auf Festplatten ausgelagert, da sie kostengünstiger sind als SSDs mit vergleichbarer kapazität.

Der boom der rechenzentren und sprachmodelle
Die wachsende Nachfrage nach Festplatten wird nicht nur durch den Bau von Hunderten von Rechenzentren für KI angetrieben, sondern auch durch die enormen Datenmengen, die für das Training von Sprachmodellen benötigt werden. Millionen von Fotos, Videos, Filmen und Musikstücken müssen irgendwo gespeichert werden – und Festplatten bieten hierfür eine kosteneffiziente Lösung. Vergleichen wir das mit der Entwicklung des IBM 3380, dem ersten Festplattenlaufwerk mit 1 GB Kapazität: Dieses Monster war so groß wie eine Waschmaschine, wog 90 Kilogramm und kostete 1981 unglaubliche 142.000 Dollar!
Preissteigerungen sind bereits im gange
Da Western Digital bereits seine gesamte Festplattenproduktion für 2026 und Teile der Produktion für 2027 und 2028 verkauft hat, wird es im Consumer-Markt bald eine massive Knappheit geben. Dies führt bereits jetzt zu Preissteigerungen. Ein WD externer Festplattenlaufwerk mit 16 GB, das vor einem Jahr noch für 286 Euro auf Amazon erhältlich war, kostet heute 362 Euro – ein Anstieg von 26%. Und das ist erst der Anfang. Zusätzlich steigen die Preise für RAM und SSDs.
Die zukunft der pcs: eine frage des budgets
Die Situation spitzt sich zu: Micron, ein bedeutender Hersteller von SSDs, hat beschlossen, seine Produktion ebenfalls auf die Bedürfnisse der KI-Industrie auszurichten und die Fertigung von Crucial SSDs einzustellen. Die Kombination aus steigenden Festplatten- und RAM-Preisen sowie der eingeschränkten Verfügbarkeit von SSDs bedeutet, dass der Bau oder Kauf eines PCs in den kommenden Jahren nur noch für wohlhabende Personen erschwinglich sein wird. Die technologische Revolution der KI könnte also den Zugang zu modernen Computertechnologien für viele Menschen unmöglich machen.
