Fed-chef powell: unsicherheit prägt die wirtschaft – energiepreise belasten prognosen
Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Federal Reserve, hat nach einer Sitzung des Rates ungewöhnlich offen die Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung thematisiert. Die anhaltende Kriegsbedingte Instabilität im Persischen Golf und der daraus resultierende Energiepreisschock haben die Prognosen über den Haufen geworfen.

Fed-chef powell warnt vor unvorhersehbaren wirtschaftlichen folgen
Die Fed hält an ihrer Entscheidung fest, die Leitzinsen bei 3,5%-3,75% zu belassen, doch die Ausrichtung auf eine klare geldpolitische Linie verschwimmt zunehmend. Powell räumte ein, dass sich das wirtschaftliche Umfeld rasend schnell verändert – beeinflusst von Ölpreisen, Zöllen und einer hartnäckigen Inflation. „Niemand weiß, was als Nächstes kommt“, betonte er, und warnte vor einer größeren Bandbreite möglicher Auswirkungen der aktuellen Lage. Die robuste US-Wirtschaft könnte unter dem Einfluss der geopolitischen Spannungen erheblich beeinträchtigt werden.
Die interne Stimmung innerhalb des Ratekomitees hat sich deutlich verschoben. Während die medianen Prognosen unverändert blieben, wächst die Zerrissenheit unter den Mitgliedern. Powell erklärte, dass die 19 einzelnen Einschätzungen der Mitglieder zu einer größeren Streuung geführt hätten. Mehrere Mitglieder haben ihre Erwartungen hinsichtlich der Zinssenkungen reduziert, von zwei auf möglicherweise nur eine.
Ein zentraler Punkt ist der steigende Ölpreis, der die Inflation zusätzlich befeuert. Die Fed erkennt an, dass die bisher erwartete Entlastung der Inflation ausbleibt, insbesondere bei Gütern. „Ein längerer Zeitraum mit deutlich höheren Benzinpreisen wird den Konsum belasten“, so Powell.
Besonders kritisch äußerte sich Powell zur Qualität der eigenen Prognosen. Das sogenannte Summary of Economic Projections (SEP) wird als fragwürdig bezeichnet, wobei er andeutete, dass ein solches Szenario, in dem die Prognosen nicht eingehalten werden, nicht auszuschließen sei. Die Unsicherheit über die Entwicklung von Inflation, BIP, Zinssätzen und Arbeitsmarkt ist offenbar enorm. Die Fed steht vor der Herausforderung, die wirtschaftliche Entwicklung in einem Umfeld großer Ungewissheit zu steuern. Die Auswirkungen des Ölpreisschocks sind bereits spürbar, und es bleibt abzuwarten, ob die Fed ihre Politik entsprechend anpassen wird.
Die Fed-Entscheidung zeigt, dass die Wirtschaftslage komplexer ist als bisher angenommen. Die Inflationsbekämpfung wird schwieriger, und die Risiken für das Wirtschaftswachstum steigen. Powell ließ keinen Zweifel daran, dass die kommenden Monate eine große Herausforderung darstellen werden – und die Prognosen, so scheint es, sind das Gleiche.