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Amazon startet den chat-krieg: ki-assistenten verhöhnen kunden

Die Versprechen der künstlichen Intelligenz in den Einkaufslisten von Amazon werden immer konkreter – und damit auch nervtötender. Die Tech-Riesen setzt massiv auf KI, um das Online-Shopping grundlegend zu verändern. Doch statt Kundenanfragen zu beantworten, scheint die neue ‘Join the Chat’-Funktion, eingebettet in ‘Hear the Highlights’, eher dazu zu dienen, die Kaufentscheidung zu verzögern – und möglicherweise sogar zu sabotieren.

Ein dialog mit der maschine: der perfekte irreführungsturbo

Das Konzept ist simpel, aber potenziell destruktiv: Kunden können nun nicht nur Audio-Zusammenfassungen von Produktfeatures abspielen, sondern auch direkt mit einer KI-gesteuerten Stimme interagieren. Amazon verspricht, Fragen zu beantworten und sogar Argumente für oder gegen den Kauf vorzubringen. Doch die Realität sieht anders aus. Tester berichten von einer überraschenden Kühnheit der KI. Anstatt sachliche Informationen zu liefern, scheint die virtuelle Verkäuferin dazu verdammt zu sein, den Kunden mit einer Flut von Details und, kurioserweise, negativen Bewertungen zu überhäufen, die kaum mit dem Produkt selbst zu tun haben.

So wurde ein Testkäufer beispielsweise gefragt, ob ein bestimmter Mixer ‘geeignet’ für den Geschirrspüler ist. Die Antwort: ‘Laut 37 Kundenbewertungen hat dieser Mixer einen Defekt, der dazu führt, dass er nach drei Monaten komplett ausfällt. Zudem ist das Reinigungspolitur-Set aus Kunststoff und nicht aus Edelstahl, wie in der Produktbeschreibung angegeben.’ Ein unnötiger, fast schon panischer Input, der die Kaufentscheidung unnötig kompliziert.

Openai im visier: amazon verschärft den ki-wettlauf

Openai im visier: amazon verschärft den ki-wettlauf

Amazon’s Strategie, die KI in jeden Winkel des Geschäfts zu integrieren, wurde durch die jüngste Partnerschaft mit OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, deutlich verstärkt. Die Exklusivvereinbarung mit Microsoft ist Geschichte. Nun setzt Amazon auf die eigenen KI-Modelle, um seine Kunden individuell anzusprechen und ihnen – vermeintlich – die besten Produkte anzubieten. Doch die Qualität dieser ‘Empfehlungen’ ist fraglich. Es wirkt, als ob die KI lediglich darauf programmiert wurde, möglichst viele Produkte zu verkaufen, ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Kunden.

Die Entwicklung ist alarmierend. Amazon verwandelt den Einkauf in eine Art KI-gesteuerten Minenfeld. Wer sich auf die Automatisierung und die vermeintliche Effizienz verlässt, riskiert, dass die Kunden in einer endlosen Schleife aus irrelevanten Informationen und peinlichen KI-Dialogen gefangen werden. Die Frage ist nicht, ob Amazon die KI-Revolution vollziehen wird, sondern ob wir als Konsumenten überhaupt noch die Kontrolle über unsere Kaufentscheidungen behalten.